Aktuelles aus dem Heimatverein und aus dem Dorf

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Abschluss des diesjährigen Programmes „Kultur und Natur im alten Dorf“

Mit der sehenswerten Ausstellung über Alexander von Humboldts Ansichten zur Natur in der „Alten Schule Holzhausen“ wurde das diesjährige Natur-Programm abgeschlossen. Die Ausstellung von Dr. Marlies Obier vereinigte in besonderer Weise die Themenbereiche „Kultur und Natur“ miteinander. Im Fokus der Ausstellung lag die Beziehung von Humboldt zum Wald und seine frühe Kritik an der weltweiten Zerstörung der Wälder.
Dass der bedeutende Naturforscher und Klimaforscher seiner Zeit voraus war, das verdeutlichte die von Dr. Marlies Obier in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein und dem Verein Waldland Hohenroth zusammengestellte Ausstellung. Die Ausstellung legt Zeugnis ab von der Bedeutung des Waldes für unser aller Überleben. Denn „ohne die Wälder versiegen die Quellen“, das hat Alexander von Humboldt schon vor 200 Jahren vorausgesagt.

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Der Blick zurück

Im Reich des Westerwälder Vulkanismus, von alten Wasserbauern, Bewässerungsleuten und neuen Gewässerrichtlinien
Kulturhistorische und gewässerkundliche Wanderung durch das Weierbachtal

Die Exkursionsroute

Pausenlos dynamisch, überwiegend schnell, auch mal langsam, das sind die besonderen Merkmale und Eigenschaften des Weierbaches von der Landesgrenze Rheinland Pfalz auf Höhe der Ortschaft Liebenscheid bis zum Zusammenfluss mit dem Winterbach zum Wetterbach oberhalb von Oberdresselndorf. Auf 2 km Fließlänge überwindet der naturbelassene Mittelgebirgsbach, der seinen Quellursprung oberhalb der Westerwälder Ortschaft Löhnfeld hat, einen Höhenunterschied von 120 m. Die aus dem großen Gefälle, ca. 6 %, resultierende Wildbachdynamik konnten am Samstag zahlreiche Teilnehmer-innen auf der vom Heimatverein Holzhausen angebotenen Exkursion durch das Weierbachtal erfahren. Die Exkursion fand im Rahmen der der kleinen Veranstaltungsreihe „Wassergeschichte(n) – Lebendige Gewässer im Hickengrund“ statt. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die charakteristischen Gewässerschätze des Hickengrundes zu zeigen und damit die Heimat neu zu entdecken.
Vom Hof Ortelbach aus ging es auf einem alten historischen Weg, an dem noch die Spuren eines Hauptgrabenzuges zur Wiesenbewässerung zu erkennen waren, zum Weierbach. Der Bach hat mit seiner Erosionskraft strukturreiche Kerbtalabschnitte in das vulkanische Gestein gefräst. Große Basaltblöcke geben den Sohlbereichen ihre Dominanz. Ulrich Krumm vom Heimatverein stellte die um 1900 von Kulturbauingenieuren der Siegener Wiesenbauschule geplanten und mit einer hohen wasserbaulichen Kunst aus Basaltsteinen hergestellten Wehre im Weierbach vor, die zu einem der Sohlstützung und zum anderen zum Aufstau des Wassers für das ausgeklüngelte Wiesenbewässerungssystem dienten. An einigen Wehren waren noch die alten Wasserableitungsgräben zu erkennen. Denn zur Ertragssteigerung der Heugewinnung wurde über Jahrhunderte auch im Weierbachtal von den Kleinbauern aus Oberdresselndorf die im Siegerland entwickelte Methode der Wiesenbewässerung angewandt. Die Bewässerungsanlagen wurden gemeinschaftlich von einem Wiesenverband verwaltet. Die formale Auflösung des Wiesenverbandes Oberdresselndorf erfolgte Anfang der 1970iger Jahre.
Die zur Erreichung des guten ökologischen Zustands als Teilziel der EG-Wasserrahmenrichtlinie normierte Herstellung der Durchgängigkeit für Fließgewässerorganismen und die damit verbundene Beseitigung der Wehre wurde unter den Beteiligten zwiespältig gesehen. Man war der Meinung, die Wehre dem „natürlichen Verfall“ zu überlassen. Im Rahmen der Fußwanderung entlang des fast unzugänglichen Weierbaches konnten die Teilnehmer weitere interessante Aspekte über den ökologischen Gewässerzustand und über die naturgerechte Bewirtschaftung der angrenzenden Bergwiesen durch die Landwirte Karl Heinrich Ortelbach und Björn Henrich erfahren. Ulrich Krumm informierte über die erhöhten Phosphor- und Nitratwerte im Weierbach, die im Rahmen des Gewässermonitorings für die Wasserrahmenrichtlinie festgestellt wurden. Trotz der guten strukturellen Ausstattung weise der Weierbach damit nur einen mäßigen ökologischen Zustand auf. Mehr noch, auch Belastungen mit Mikroschadstoffen und Arzneimitteln wurden vorgefunden. In der dafür verantwortlichen  Kläranlage Liebenscheid, an der auch der Siegerland-Flughafen mit dem dortigen Industriegebiet und den medizinischen Einrichtungen angeschlossen ist, sei zwischenzeitlich zur Einhaltung der stofflichen Belastungen als erster Schritt eine verbesserte Phosphor-Fällung eingebaut worden. Es war viel Spannendes und Schönes auf der Exkursion zu entdecken und zu erfahren im wilden Weierbachtal, so die Meinung der Exkursionsteilnehmer-innen. Und den Teilnehmern ist klar geworden, was sie für ökologische Gewässerschätze vor der Haustür liegen. Frau und Man wünschten sich spontan eine Wiederholung im nächsten Frühjahr, dann vielleicht bei besserem Wetter. Info: Der Weierbach ist Teil des ca. 160 ha Naturschutzgebietes Winter- und Weierbach mit europäischen Schutzstatus (FFH-Gebiet). Es gehört zu den ausgewählten Naturschätzen Südwestfalen, der Link https://www.naturschaetze-suedwestfalens.de/Gebiete/Kreis-Siegen-Wittgenstein/50-Winter-Weierbach 

Bildimpressionen

Hinweis zu unseren naturkundlichen Veranstaltungen: Alle Berichte darüber seit dem Jahr 2010 sind hier einsehbar … weiter lesen

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Eine kleine Werbung für unseren Kooperationspartner, dem Verein zur Förderung der natürlichen Lebensgrundlagen Burbach

Der Verein hat erstmals einen Kalender für 2021 herausgegeben. Vielfältige Impressionen aus der Natur der neun Ortsteile der Gemeinde Burbach, verbunden mit kurzen dazu passenden Informationen – das bietet der Kalender unter dem Motto „Unsere Heimat – hier sind wir zuhause“. Im praktischen Planerformat – aufgeklappt DIN A3 – bietet der Kalender außerdem genug Platz, Termine und andere wichtige Dinge für jeden Tag zu notieren.
Für 5 Euro ist der Kalender ab sofort an folgenden Stellen erhältlich: bei Spiel & Buch, Nassauische Straße 27 in Burbach, im Weltladen Hickengrund, Westerwaldstraße 54, Niederdresselndorf und bei der Geschäftsstelle des Vereins im Burbacher Rathaus, Eicher Weg 13, Zimmer 210 bei Elisabeth Fley (Tel. 45-82).
Der Kalender kann auch bei Ulrich Krumm, Zehnstück 14, Burbach-Holzhausen erworben werden.

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Untere Weiherwiese in Holzhausen, Lebensraum für viele Insekten
Mäheinsatz im Frühherbst zur Erhaltung der Artenvielfalt

Auch im diesjährigen Frühherbst benötigten die Mitarbeiter-innen des Heimatvereins Holzhausen einen guten Schnitt. Mit Sense, Balkenmäher und Freischneider ausgerüstet wurde wie jedes Jahr das ca. 2.500 qm große Feuchtflächenareal unterhalb des Dammes des örtlichen Naturweihers in seiner Gesamtheit gemäht. Mit dieser naturgerechten Pflegemaßnahme wollen die ehrenamtlich arbeitenden Naturschutzaktiven des Heimatvereins einen kleinen Beitrag für den Insektenschutz und für den Erhalt der Artenvielfalt leisten. Denn die Wiesenfläche ist in Verbund mit der zwischenzeitlich ebenfalls naturgerechten Mahd der Magerwiese unterhalb des Volleyballplatzes und der extensiv gepflegten Grünfläche des „Platzes am Wasser“ unterhalb des Bahnviaduktes ein kleiner Baustein für den lokalen Biotopverbund. Nach der Mahd blieb der Schnitt noch ein paar Tage liegen, um den Insekten die Möglichkeit „zur Flucht“ zu geben. Erst dann wurde das Mahdgut abgeräumt und vom Bauhof abtransportiert.

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Bunter Farbtupfer im Herbst, der Verkehrskreisel am Dorfeingang und der Bauerngarten

Die Trockenheit in den letzten Monaten war für die Bewässerung der Grünfläche des Verkehrskreisel eine große Herausforderung Wir, die dafür verantwortlichen Mitarbeiter-innen des Heimatvereins, haben uns so gut es ging mit dem Herantransportieren von Wasser in Kübeln geholfen. Leider konnte das Blühen der Pflanzen insbesondere der Storchschnabel nicht immer sichergestellt werden. Jetzt im Herbst blüht die artenreiche Bepflanzung mit dem gelben Sonnenhut nochmal so richtig auf. Und auch im Bauergarten zeigt sich der farbenreiche Herbst.

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Aus dem Dorf: Hellertal-Bahn wird fit gemacht

So lang wie das Wort, so lang ist auch die Maschine, die in den September Tagen zwischen Allendorf und Würgendorf auf den Gleisen unterwegs ist. Die „Hochleistungsbettungsreinigungsmaschine mit integriertem Schotterwaschmodul und Abwasserkläranlage“ sorgt im September dafür, dass zwischen Burbach und Haiger Mengen von Bahnschotter recycelt werden. Der Zug hat mit seinen Förderbandwagen eine Länge von insgesamt rund 400 Meter, allein die Maschinenlänge beträgt 168 Meter.
Danach waren eine Gleistopfmaschine, Fabrikat Plasser & Theurer und eine Schotterflugmaschine, Fabrikat Plasser & Theurer im Einsatz. Beide Maschinen gehören der Gleis Bau Union Koblenz, bei der die beiden ausführenden Firmen Hering Gleis Bau und Falkenhahn Gesellschafter sind.

Bei dem Einsatz der Schotterbettreinigungsmaschnine auf Höhe der Firma Mannesmann (In der Hoor) wurden am Freitag, 18. September Geschosshülsen aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. In diesem Bereich wurde zum Ende des 2. Weltkrieges ein Munitionszug bombardiert. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg hatte die Untersuchungen übernommen. Dabei wurden u. a. 40 cm lange  Granaten gefunden, die in eine dafür hergestellte Erdgrube kontrolliert gesprengt wurden.

Einsatz Kampfmittelräumdienst

Kontrollierte Sprengung

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Der Heimatverein in Zeiten der Corona-Pandemie

Und das Vorweg: Wenngleich aktuell das Corona-Virus unseren Alltag durcheinanderwirbelt und unsere Vereinsaktivitäten limitiert – wir richten den Blick nach vorne und freuen uns schon sehr auf die Zeit, wenn unsere gemeinschaftlichen Aktivitäten und Arbeiten, kulturelle Veranstaltungen und Exkursionen wieder Teil unseres Vereinslebens sein werden.

Nach den aktuellen behördlichen Beschlüssen zur Corona-Krise, Hinweise zu unseren Veranstaltungsabsagen und Gebäudenutzungen:  

Die Nutzung unserer Grillhütte für Zusammenkünfte und Feiern steht zur Anmietung unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben wieder zur Verfügung. Hier die dazugehörige Selbstverpflichtungserklärung der Anmieter zum Lesen

Es finden weiterhin nicht statt: 

Die wöchentliche Seniorenrunde jeweils dienstags ab 13.30 Uhr in der „Alten Schule“
Öffnung Naturwerkstatt „Alte Schule“ jeweils donnerstags 16 – 18 Uhr
Dorf-Café Alte Schule
Auch für die Nutzung von Räumen der „Alten Schule“ für  Gesundheitskursangebote, Sprechstunden des Vereins „Helfende Hände“, privaten Feiern etc. gilt das gleiche. 

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Neues zur „Alten Schule“

Frau Gabi Jäger ist ab dem 01. März 2020 neue Ansprechpartnerin für Reservierungsanfragen.
Kontaktdaten:
57 299 Burbach-Holzhausen, Flammersbacher Straße 3,   Tel.: 02736 2174. H: 0171 174 8896. E-Mail gjb.jaeger@gmail.coKosten zur Nutzung für private Anmietungen:  70 € mit Küche, 50 € ohne Küchennutzung

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Das aktuelle Heft des Holzhausener Heimatspiegel, Ausgabe Nr. 222 September 2020

Der Link dazu Hier __

Das Programmheft 2020 „Kultur und Natur im alten Dorf“ 

Das Programmheft zum download und zum durchblättern Hier

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Neue Informationsangebote in der „Naturwerkstatt Alte Schule“

Der Projekt-Steckbrief: Hier zum Lesen   

Unser, für das kleine Leader-Projekt produzierte Gewässerfilm: Hier zur Ansicht  

Und auch das ist neu (eingebunden im Leader-Projekt): Die Sage vom Hans Hick zum Anhören, Hier

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Der Natur auf der Spur, der Link zu den gesamtem  Exkursionsberichten:  Hier

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