Unser kleines Geschichtsprojekt – Historische Grenzsteine

Dokumentation fast abgeschlossen
Im März dieses Jahres wurde als ein Beitrag zur Heimatgeschichte auf der Ebene des Heimatvereins Holzhausen das Projekt „Historisch Grenzsteine“ mit der Erfassung des über 200 Jahre alten Grenzzuges zischen dem Königlich Preußischen Kreis Siegen und dem Herzogtum Nassau im Bereich des Hickengrundes angestoßen. Zwischenzeitlich sind von Ulrich Krumm vom Heimatverein auf der fast 5 km langen Grenzlinie zwischen dem ehemals preußischen Holzhausen und den früheren nassauischen Gemarkungen Allendorf und Flammersbach alle noch vorhanden alten Grenzsteine bildlich und kartographisch erfasst worden. Die Dokumentation beginnt an der nordöstlichen Grenzlage zu Allendorf im Wildnisgebiet „Hinterer Steimel“. Über den Steimel, durch das Wetterbachtal hoch zum Haigerheckelskopf und dem Ölberg endet der Dokumentationsbereich zunächst an der Pfarrwiese oberhalb des Leimbaches. Dort bildet der Grenzpunkt die gemeinsame Grenze mit den Gemarkungen des ehemals nassauischen Flammersbach und dem preußischen Niederdresselndorf. In der nachfolgend abgebildeten Übersichtskarte ist die Erfassung abgebildet. 18 Grenzsteine konnten teilweise in unzugänglichem Gelände entdeckt werden. Nach der Zahlenstruktur sind 7 Grenzsteine nicht mehr vorhanden. Davon sind einige Exemplare wohl durch den späteren Straßenbau nach Allendorf, dem Bau der Bahnlinie Haiger-Betzdorf und durch Verlagerungen des Wetterbaches abhandengekommen. Der Geometer Schüler aus dem früheren  Straßebersbach hat damals die Grenze beginnend am „Dreibeinigen Stuhl“ oberhalb von Mandeln(jetzt Lahn-Dill-Kreis) bis zum Zollhaus auf der Lipper Höhe vermessen und dazu farbige Vermessungsrisse angelegt. Die in einem Atlas zusammengefassten Risse befinden sich im Hessischen Staatsarchiv in Wiesbaden. In dem nachfolgend abgebildeten Blattausschnitt ist der Grenzabschnitt von der heutigen Landstraße nach Allendorf bis in die Niederdresselndorfer Gemarkung am Sandstrauch abgebildet. Nach Abstimmung mit  dem Obmann für historische Grenzsteine im Bereich des Lahn-Dill-Kreises Jürgen Daum (die hessischen Obmänner für Historische Grenzsteine sind durch das Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation etabliert worden ) werden die Erhebungen in Holzhausen in die Datenbank beim Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation übernommen. Dazu wird auf Holzhausener Seite auch das sehr umfangreiche hessische Datenerhebungsblatt verwendet. Von Ulrich Krumm ist in Zusammenarbeit mit den Nachbarheimatvereinen Nieder- und Oberdresselndorf als nächster Schritt geplant, die Erfassung bis zum ehemaligen Lipper Zollhaus fortzuführen. Dort markierte die alte Grenzsäule mit der Nummer 208 die Hoheitsgrenze zwischen dem Königlich Preußischen Kreis Siegen und den Herzoglich Nassauischen Amt Marienberg. Des Weiteren steht auf der Agenda des Heimatvereins, die Dokumentation mit der dazugehörenden historischen Hintergrundgeschichte  in einer  Broschüre zusammenzufassen. Und im Frühsommer 2018 steht unter der Überschrift  „Geschichte + Natur“ eine historische Grenzwanderung im Programm des Heimatvereins.

Der Übersichtsplan

 Ausschnitt historischer Vermessungsriss
 
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